Glossar  
     
     
 

Abgasverluste
Wärme, die mit dem Abgas der Heizanlage verloren geht. Lässt sich durch Brennertechnik reduzieren (siehe Brennwertkessel). Bei niedrigen Abgasverlusten allerdings Gefahr der Schornsteinversottung.

Absorber
Das Herzstück eines Sonnenkollektors ist der Absorber. Er nimmt die auftreffende Solarstrahlung auf und wandelt sie in Wärme um. Er besteht aus schwarz beschichteten Blechen aus gut wärmeleitenden Materialien wie Aluminium oder Kupfer. Die gewonnene Wärme wird an einen Wärmeträger weitergegeben. Gute Absorber wandeln über 90 % der Sonnenstrahlung in Wärme um (siehe auch selektive Beschichtung).

Amortisation
Deckung der aufgewendeten Investitionskosten für ein Maßnahmepaket durch deren Einsparung. Sollte unter Berücksichtigung der Preissteigerung und der Kapitalverzinsung von Energiekosten errechnet werden.

Anlagenaufwandszahl
Sie beschreibt die energetische Effizienz des gesamten Anlagensystems über Aufwandszahlen. Die Aufwandszahl stellt das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen (eingesetzter Brennstoff zu abgegebener Wärmeleistung) dar. Je kleiner die Zahl ist, umso effizienter ist die Anlage. Die Aufwandszahl schließt auch die anteilige Nutzung erneuerbarer Energien ein. Deshalb kann dieser Wert auch kleiner als 1,0 sein.
Bei Wohngebäuden ist in der Anlagenaufwandszahl auch die Bereitstellung einer normierten Warmwassermenge berücksichtigt. Die Anlagenaufwandszahl hat nur für die Gebäudeausführung Gültigkeit, für die sie berechnet wurde.

Anlagenverluste
Die Anlagenverluste umfassen die Verluste bei der Erzeugung (Abgasverlust), ggf. Speicherung (Abgabe von Wärme durch einen Speicher), Verteilung (Leitungsverlust durch ungedämmt bzw. schlecht gedämmte Leitungen) und Abgabe (Verluste durch mangelnde Regelung) bei der Wärmeerzeugung.

Ausnutzungsgrad
Der Ausnutzungsgrad kennzeichnet das Verhältnis der über die Monate einfließenden Wärmegewinne und der Nutzbarkeit dieser Wärme. Im Sommer bewegt sich die Nutzbarkeit gegen Null, die solarpassive Gewinnung (transparente Flächen) und die inneren Wärmegewinne (Lampen, E-Geräte, Abwärme von Personen) können nicht? genutzt werden. Im Winter ist der Nutzungsgrad höher. Besonders wertvoll ist die passive Wärmenutzung auch in der Übergangszeit. Bei Passivhäusern tragen die Wärmegewinne dazu bei, dass keine zusätzliche Heizung notwendig ist.

Beheizte Wohnfläche
Die Wohnfläche kann nach § 44 Abs. 1 der für den preisgebundenen Wohnraum geltenden II. Berechnungsverordnung ermittelt werden. Sie bezieht nur die wirklich innerhalb der Wohnung genutzten Flächen ein und ist in der Regel kleiner als die nach physikalischen Gesichtspunkten ausgerechnete Gebäudenutzfläche im Sinne der Energieeinsparverordung.

Beheiztes Gebäudevolumen (Ve)
Das beheizte Gebäudevolumen (Ve) ist an Hand von Außenmaßen ermittelte, von der wärmeübertragenden Umfassungs- oder Hüllfläche eines Gebäudes umschlossene Volumen. Dieses Volumen schließt mindestens alle Räume eines Gebäudes ein, die direkt oder indirekt durch Raumverbund bestimmungsgemäß beheizt werden. Es kann deshalb das gesamte Gebäude oder aber nur die entsprechenden beheizten Bereiche einbeziehen.

Bereitschaftsverlust
Beim Aufheizen eines kalten und beim Abkühlen eines Kessels auftretende Verluste. Reduzierbar durch hohe Brennerlaufzeiten. Einfluss auf die Verluste hat auch die Bauart (relative Bereitschaftsverluste).

Bezugsflächen und Rauminhalte (geometrische Angaben)
Die Gebäudenutzfläche (AN) beschreibt die im beheizten Gebäudevolumen zur Verfügung stehende nutzbare Fläche. Sie wird aus dem beheizten Gebäudevolumen unter Berücksichtigung einer üblichen Raumhöhe im Wohnungsbau abzüglich der von Innen- und Außenbauteilen beanspruchten Fläche auf Grund einer Vorgabe in der Energieeinsparverordung ermittelt. Sie ist in der Regel größer als die Wohnfläche, da z.B. auch indirekt beheizte Flure und Treppenhäuser einbezogen werden.

Brennstoffzelle
Die Brennstoffzelle ist eine Anlage zur Erzeugung von Strom und Wärme, in der mit einem hohen Wirkungsgrad chemisch gespeicherte Energie direkt in elektrische Energie umgewandelt wird. Dies geschieht im Rahmen einer kontrollierten Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff, das Endprodukt ist Wasser(dampf).

Brennwertkessel
So genannte Brennwertkessel sind technisch optimierte Heizkessel, diese entziehen durch einen zweiten Wärmetauscher dem wasserdampfhaltigen Abgas durch Kondensation Wärme. Sie nutzen die im Brennstoff enthaltene Energie besonders effizient. Der Brennwerteffekt ist bei Erdgas am größten. Die Rücklauftemperatur sollte sehr gering sein.
Diese Technik stellt besondere Ansprüche an den Schornstein. Gegebenenfalls ist eine Neutralisation des Kondensats erforderlich.

Dämmung
Wichtigste Methode der Energieeinsparung. Durch Dämmung wird die Transmission (Wärmeverlust durch Bauteile) herabgesetzt. Bei der Bauteildämmung genutzte Dämmstoffe werden nach ihrem Dämmwert, nach den Kosten, nach dem Energieaufwand bei der Herstellung und unter ökologischen Kriterien beurteilt bzw. unterschieden. Konventionelle Dämmstoffe sind Polystyrol, Mineralwolle (Stein- oder Glaswolle) und Polyurethanschäume. Alternative Dämmstoffe sind Holzfaserplatten Kork, Zellulosefasern, Hanf, Flachs, Mineraldämmplatten u. v. m. Besonders im Bereich der Dachdämmung sollten neben ökologischen Gesichtspunkten aus Gründen der Behaglichkeit (sommerlicher Wärmeschutz!) auf Holzfaser- und/oder Zellulosedämmstoffe zurückgegriffen werden.

Deckung in %
Die Deckung bezeichnet den Anteil des jeweiligen Heizungssystems am Gesamtaufkommen des Heizwärmebedarfs einschließlich des Warmwasserbedarfs, wenn dieser mit der Heizung ganz oder teilweise erzeugt wird. Die Deckung des Warmwasserbereiters bezieht sich auf den Warmwasserbedarf, der über die Warmwasseranlagen erzeugt wird.

Diffuse Strahlung
Solarstrahlung, die uns aus allen Richtungen – nach Streuung des Sonnenlichts an Wolken, Nebel, Bergen, Gebäuden etc. – erreicht.

Direkte Strahlung
Solarstrahlung, die direkt von der Sonne auf den Kollektor trifft. Sie ist intensiver als die diffuse Strahlung; übers Jahr trifft jedoch etwa gleich viel diffuse wie direkte Strahlung auf den Kollektor.

Emissionen
Bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehende Schadstoffe und -gase, die durch Schornsteine und Abgasrohre an die Außenluft abgegeben werden und die Luft verunreinigen. Im Wesentlichen werden CO2, SO2, NOX und Stäube betrachtet.

Endenergie
Die Endenergie umfasst die vorgenannte Nutzenergie und die Anlagenverluste. Der
Endenergieverbrauch entspricht der eingekauften Energie des Gebäudenutzers.

Endenergiebedarf
Energiemenge, die zur Deckung des Jahres-Heizwärmebedarfs und des Trinkwasserwärmebedarfs (Bedarf und Aufwand der Anlagentechnik) benötigt wird, ermittelt an der Systemgrenze des betrachteten Gebäudes.

Energiebausweis/Energiepass
Der Energieausweis bzw. Energiepass für Gebäude wird mit den, in der EnEV 2007 geregelten, Terminen verbindlich für alle Neubauten und Altbauten bei Neuvermietung, Neupachtung oder Verkauf. Man unterscheideidet zwischen Energieverbrauchsausweis, der das nutzerbezogene Verhalten widerspiegelt, und Energieverbrauchsausweis, der den bauphysikalischen Eigenschaften des Gebäudes entspricht.

Energiebedarf
Energiemenge, die unter genormten Bedingungen (z.B. mittlere Klimadaten, definiertes Nutzerverhalten, zu erreichende Innentemperatur, angenommene innere Wärmequellen) für Beheizung, Lüftung und Warmwasserbereitung (nur Wohngebäude) zu erwarten ist. Diese Größe dient der ingenieurmäßigen Auslegung des baulichen Wärmeschutzes von Gebäuden und ihrer technischen Anlagen für Heizung, Lüftung, Warmwasserbereitung und Kühlung sowie dem Vergleich der energetischen Qualität von Gebäuden. Der tatsächliche Verbrauch weicht in der Regel wegen der realen Bedingungen vor Ort (z.B. örtliche Klimabedingungen, abweichendes Nutzerverhalten) vom berechneten Bedarf ab.

Energiekennzahl
Vergleichsgröße zur Bezifferung des Energieverbrauchs bei Gebäuden. Hierunter wird die Energiemenge verstanden, die im Laufe eines Jahres für die Beheizung eines Quadratmeters Wohnfläche verbraucht wird. Bei Einfamilienhäusern liegt die Energiekennzahl zwischen 100 und 300 KWh/m2, möglich sind Werte um 50 KWh/m2 (Niedrigenergiehaus). Bei Mehrfamilienhäusern sind die Werte wegen günstigerem Volumen/Hüllflächen-Verhältnis um etwa 40 % niedriger.
Ähnlich wie der Benzinverbrauch in Liter pro 100 km für Autos angeben wird, kann bei Gebäuden der jährliche Brennstoffverbrauch (=Endenergie) im Verhältnis zur beheizten Wohn- oder Nutzfläche gesetzt werden. Wenn man z.B. eine 100 m2 Wohnung mit jährlich 1.000 m3 Erdgas beheizt, hat man (bei einem Heizwert von ca. 10 kWh pro m3 Erdgas) eine spezifische Energiekennzahl von (1000 m3 * 10 kWh/m3)/ 100 m2 = 100 kWh/m2a.
Energiekennzahlen dienen vorrangig zum Vergleich mit anderen Gebäuden gleicher Art und Nutzung. Beachten Sie jedoch: Bei Kennzahlvergleichen (und auch bei der Erstellung eines Energiepasses) wird der Jahres-Heizwärmebedarfs unter einheitlichen Randbedingungen ermittelt.
Ein direkter Vergleich mit Gebäuden aus anderen Klimazonen oder mit abweichenden Nutzungen wäre somit irreführend.

Erneuerbare Energie Gesetz (EEG)
Das „Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien“ regelt die Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien. Es sieht fixe Vergütungen vor, die von 7,67 Cent pro Kilowattstunde (kWh) für Strom aus Wasserkraft bis zu 50,62 Cent pro kWh für Solarstrom reichen. Das EEG soll dazu beitragen, den Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch bis zum Jahre 2010 mindestens zu verdoppeln.

Fossile Brennstoffe
Bodenschätze wie Öl, Kohle und Gas, die im Verlauf von Jahrmillionen aus Biomasse entstanden sind. Die Verbrennung von fossilen Brennstoffen ist mit zahlreichen Umweltbelastungen verbunden. Fossile Energieträger sind endlich. Von allen fossilen Brennstoffen ist Erdgas am umweltverträglichsten.

g-Wert
Kennwert für den Gesamtenergiedurchlassgrad der Sonnenstrahlung, sowohl für kurzwellige als auch für langwellige Strahlung durch eine transparente Fläche (Verglasung). Hierzu zählen auch sekundäre Wärmegewinne durch das Aufheizen der Scheiben infolge Strahlungsabsorption. Der g-Wert einer massiven Wand ist Null.

Globalstrahlung
Die Globalstrahlung setzt sich aus direkter und indirekter (diffuser) Sonnenstrahlung zusammen.

Heizenergieverbrauch
Der Heizenergieverbrauch ist der Energieverbrauch eines Heizsystems unter Berücksichtigung aller Verluste zur Bereitstellung (Verbrauch).

Heizkörperthermostat
Regelungseinrichtung am Heizkörper. Das Ventil wird nur dann geöffnet, wenn eine eingestellte Soll-Temperatur unterschritten wird. Heute bei Wohngebäuden Pflicht.

Heizperiode
Ist der Zeitraum, bei dem die Räume eines Gebäudes mit zusätzlicher Heizenergie versorgt werden müssen, um ein behagliches Klima zu erzeugen. Bei Passivhäusern beträgt die Heizperiode nur etwa 3 bis 4 Monate pro Jahr, während bei Bauten im Altbestand nur etwa 1 bis max. 3 heizungsfreie Monate pro Jahr vorherrschen.

Heizwärmebedarf
In Abhängigkeit vom Wetter und den Nutzungsbedingungen des Gebäudes vom Heizsystem abzugebende Wärme, die sich aus den Transmissions- und Lüftungswärmeverlusten und den inneren Wärme- und Solargewinnen ergibt (Bedarf). Dieser Wert bezeichnet die benötigte Energie zum Heizen des Gebäudes (beheizbare Fläche) bzw. Wärme, die den beheizten Räumen zugeführt werden muss, um die innere Solltemperatur zu halten.

Hilfsenergie
Energie (Strom), die nicht zur unmittelbaren Deckung des Heizenergiebedarfs bzw. der Trinkwassererwärmung eingesetzt wird (z.B. Energie für den Antrieb von Systemkomponenten, Umwälzpumpen, Regelungen etc., sowie Energie für die Rohrbegleitheizung bei der Trinkwassererwärmung.

Hüllfläche
Die (Gebäude-)Hüllfläche ist die äußere Systemgrenze eines Gebäudes, die das wärmegedämmte Gebäudevolumen umschließt. Die Hüllfläche sollte im Verhältnis zum Gebäudevolumen gering sein. (A/V-Verhältnis klein)
A=Hüllfläche; V=Gebäudevolumen

Interne Wärmegewinne
Im Innern der Gebäude entsteht durch Personen, elektrisches Licht, Elektrogeräte usw. Wärme, die ebenfalls bei der Ermittlung des Heizwärmebedarfs in der Energiebilanz angesetzt werden kann.

Jahresnutzungsgrad
Er sagt aus, wie stark die Heizanlage ausgelastet ist. Ein gut ausgelastetes System arbeitet wesentlich wirtschaftlicher. Schlechte Nutzungsgrade kommen durch Überdimensionierung zustande.

Jahres-Primärenergiebedarf
Jährliche Energiemenge, die zusätzlich zum Energieinhalt des Brennstoffes und der Hilfsenergien für die Anlagentechnik mit Hilfe der für die jeweiligen Energieträger geltenden Primärenergiefaktoren auch die Energiemenge einbezieht, die für Gewinnung, Umwandlung und Verteilung der jeweils eingesetzten Brennstoffe (vorgelagerte Prozessketten außerhalb des Gebäudes) erforderlich ist.
Die Primärenergie kann auch als Beurteilungsgröße für ökologische Kriterien, wie z.B. CO2–Emission, herangezogen werden, weil damit der gesamte Energieaufwand für die Gebäudebeheizung mit einbezogen wird. Der Jahres-Primärenergiebedarf ist die Hauptanforderung der Energieeinsparverordung.

Kapitalwert
Angenommener Geldwert, der zu Beginn der Maßnahme aufzuwenden wäre, um die Maßnahme abzüglich der Energieeinsparung unter Berücksichtigung der Zinsen durchzuführen. Ein positiver Kapitalwert entspricht einem finanziellen Gewinn über die Nutzungszeit.

Klimaschutz
Bei der Verbrennung von Kohle, Gas oder Öl wird das Treibhaisgas CO2 freigesetzt. Dieses Gas wird für die klimatischen Veränderungen mit verantwortlich gemacht. Ziel ist es deshalb diesen Ausstoß zu verringern.

Kohlendioxid
Das Gas Kohlendioxid (CO 2) ist ein Verbrennungsprodukt aller kohlenstoffhaltigen Brennstoffe, insbesondere der fossilen Energieträger Erdgas, Erdöl und Kohle. Kohlendioxid ist Hauptverursacher des Treibhauseffektes (siehe auch Treibhauseffekt).

Kraft-Wärme Kopplung
Bei der Kraft-Wärme Kopplung wird elektrische Energie und Nutzwärme in einem Prozess erzeugt.

Legionellen
Sind Bakterien, die bei unsachgemäß geplanten oder installierten Warmwassersystemen das Trinkwasser verunreinigen können. Eine Gefährdung durch Legionellen geht von einer fachgerecht installierten Solarwärmeanlage nicht aus.

Luftdichtheit
Im Allgemeinen spricht man von Gebäudedichtheit. Besonders effiziente Gebäude, wie Passivhäuser, müssen einen hohen Luftdichtheitsbeiwert (nx) haben, da sonst unkontrollierte Luftströmungen zu hohen Lüftungswärmeverlusten führen. Einerseits kann so kein hoher Wärmerückgewinn über die Lüftungsanlage erzielt werden, andererseits wird die Behaglichkeit (Zugerscheinungen, trockene Luft, Schallübertragung durch Leckagen) stark eingeschränkt. So genannte Leckagen können darüber hinaus auch zu Bauschäden (Schimmelpilz infolge tiefer Oberflächentemperaturen an der Innenseite der Außenwände) führen. Die Luftdichtheit wird mit dem „Blower-Door-Luftdichtheitstest“ überprüft.

Luftwechsel
Der Luftwechsel „n“ gibt an, wie oft das vorhandene Luftvolumen eines Raumes in der Stunde ausgetauscht wird. Ohne weitere Spezifizierung wird hiermit im Allgemeinen der Außenluftwechsel bezeichnet.
 
Lüftung
Lüftungswärmeverluste entstehen durch Öffnen von Fenstern und Türen, aber auch durch Undichtigkeiten der Gebäudehülle. Die Undichtigkeit kann bei Altbauten insbesondere bei sehr undichten Fenstern, Außentüren und in unsachgemäß ausgebauten Dachräumen zu erheblichen Wärmeverlusten sowie zu bauphysikalischen Schäden führen.

Nachtauskühlung
Die freie Nachtauskühlung beschreibt ein Lüftungskonzept, welches die nächtliche kühle Außenluft in den Sommermonaten dazu nutzt, Bauteile mit großer Wärmespeicherfähigkeit auszukühlen, um sie am Tage als „Wärmepuffer“ nutzen zu können (night flushing).

Niedrigenergiehaus
Niedrigenergiehäuser haben einem Wärmebedarf gemäß Energieeinsparverordung (EnEV). Er liegt mindestens 25 Prozent unter den Anforderungen der Wärmeschutzverordnung 1995.

Nutzenergie
Als Nutzenergie bezeichnet man, vereinfacht ausgedrückt, die Energiemenge, die zur Beheizung eines Gebäudes sowie zur Erstellung des Warmwassers unter Berücksichtigung definierter Vorgaben erforderlich ist. Die Nutzenergie ist die Summe von Transmissionswärmeverlusten, Lüftungswärmeverlusten und Warmwasser- sowie Heizwärmebedarf abzüglich der nutzbaren solaren und inneren Wärmegewinne.

Nutzenergiebedarf
Energie, die vom Heizsystem unter normierten Bedingungen abgegeben werden muss, um den Heizwärmebedarf und den Trinkwasser-Wärmebedarf zu decken.

Nutzungsdauer
Angenommene Lebensdauer einer technischen Anlage oder einer Dämmung, während der sie die geplanten Aufgaben rentabel erfüllen kann. Durch diese Angabe werden verschiedene Maßnahmen wirtschaftlich vergleichbar.

Photovoltaik
Unmittelbare Umwandlung von Sonnenstrahlung in elektrische Energie mit Hilfe von Solarzellen. Durch absorbiertes Licht werden im Halbleitermaterial der Solarzellen freie Elektronen erzeugt, die eine elektrische Spannung hervorrufen und damit die Ursache für das Fließen eines Gleichstroms sind. Je nach Art des Solarzellenmaterials unterscheidet man kristalline Zellen und Dünnschichtzellen.

Primärenergie
Unter dem Begriff Primärenergie werden die Energieträger zusammengefasst, die in der Natur vorkommen und technisch noch nicht umgewandelt sind. Sie umfasst sämtliche Verluste, welche beispielsweise Transport und Umwandlung entstehen. Man unterscheidet zwischen unerschöpflichen (erneuerbaren) Energien und endlichen Energien (Erdöl, Kohle, Kernbrennstoffe, Erdgas).

Primärenergieaufwand
Der Primärenergieaufwand beziffert die Energie, die zugeführt werden muss, um ein Gebäude zu beheizen (ca. 20°C) und das notwendige Warmwasser bereit zu stellen plus den zusätzlichen Energieeinsatz zur Bereitstellung dieser Energie (Erschließung, Anlieferung, Lagerung). So liegt der Primärenergieaufwand beim Einsatz von Strom wesentlich höher als beim Einsatz von Erdgas (Faktor für Strom = 3, für Erdgas = 1,1).

Primärenergieaufwandszahl
Diese Zahl beschreibt die Qualität des Heizsystems als Verhältnis zwischen zugeführter Primärenergie und tatsächlich genutzter Energie für Heizung und Warmwasser (kWhPrimär/kWhNutz). Je kleiner die Primärenergieaufwandszahl ist, desto besser ist die Bewertung.

Primärenergiebedarf
Energiemenge, die zur Deckung des Jahres-Heizenergiebedarfs und des Trinkwasserwärmebedarfs benötigt wird unter Berücksichtigung der zusätzlichen Energiemenge, die durch vorgelagerte Prozessketten außerhalb der Systemgrenze „Gebäude“ bei der Gewinnung, Umwandlung und Verteilung der jeweils eingesetzten Brennstoffe entstehen.

Regelung
Heizenergieverluste können durch optimale Regelung weitgehend minimiert werden. Wichtige Ansatzpunkte: Wärme soll nur dahin gelangen, wo sie zur Zeit auch benötigt wird (Heizkörper- und Raumthermostate); die Vorlauftemperatur soll nur so hoch sein, wie sie zur Erfüllung des Heizzweckes unbedingt erforderlich ist (Nachtabsenkung, Außenthermostat). Die Flammengröße des Brenners soll so eingestellt werden, dass unnötige Stillstandsverluste vermieden werden.

Regenerative Energien
Erneuerbare Energien benutzen die in der Umwelt vorhandenen und sich durch natürliche Vorgänge erneuernden Energieformen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Umweltwärme (Wärmepumpen), Sonnenenergie (Kollektoren), Erdwärme (aus tiefen Erdschichten), Wasserkraft (Wasserkraftwerke), Wellenenergie.

Solarer Deckungsgrad
Der solare Deckungsgrad gibt – zum Beispiel bei einer Hausversorgung – den Anteil der benötigten Energie an, der durch Solarenergie gedeckt wird.

Solare Wärmegewinne
Das durch die Fenster eines Gebäudes, insbesondere die mit Südausrichtung, einstrahlende Sonnenlicht wird im Innenraum größtenteils in Wärme umgewandelt.

Solarspeicher
Der Solarspeicher ist ein einige hundert Liter fassender Behälter zur Speicherung von warmem Wasser. Da die Sonnenenergie meist nicht sofort verbraucht werden kann, ist der Einsatz eines Solarspeichers unumgänglich. Die im Speicher von Standard-Brauchwasseranlagen gespeicherte Wärme deckt üblicherweise den Bedarf von mehreren Tagen. Der Solarspeicher muss in unseren Breiten neben dem Kollektoranschluss den Anschluss einer Nachheizung ermöglichen. Gute Solarspeicher zeichnen sich durch Korrosionsbeständigkeit, geringe Wärmeverluste und eine gute Temperaturschichtung aus (siehe auch Temperaturschichtung im Solarspeicher).

Solarthermie
Ist der Fachbegriff für die Wärmegewinnung durch Sonnenenergie. Der Einfachheit halber sprechen wir hier aber auch von Solarwärme.

Speicherfähigkeit
Beschreibt die Fähigkeit eines (Bau-)Stoffes, Feuchtigkeit bzw. Wärme aufzunehmen. Nur offenporige Baustoffe können Feuchtigkeit in Form von Flüssigkeit aber auch in Gasform aufnehmen. Im Gegensatz zur Feuchte kann je nach Dichte eines Stoffes Wärme aufgenommen werden. Daher eignen sich besonders schwere Bauteile zur Speicherung von Wärme. Diese Fähigkeit erhöht den sommerlichen Wärmeschutz und die Ausnutzung der internen und solaren Wärmegewinne in der Heizperiode.

Strahlungsverhalten
Die auf eine Fläche auftreffende Strahlung unterliegt der Reflexion, Absorption und Transmission. Abhängig ist dieses Verhalten vom Einfallswinkel und dem Spektralbereich der Strahlung sowie der Beschaffenheit und Farbe der Oberfläche.

Systemnutzungsgrad
Dieser umfasst den Nutzungsgrad in % der Heizungsanlage einschließlich der Wärmeverteilung (Leitungen) im Gebäude. Je höher dieser Nutzungsgrad ist, desto effektiver ist die Heizungsanlage. Beim Einsatz von Solarkollektoren und Wärmepumpen liegt der Nutzungsgrad zwischen 100 und 300 %. Alte Heizungsanlagen weisen dagegen einen Nutzungsgrad < 70 % aus.

Transmission
Die Transmission beschreibt, welcher Strahlungsanteil durch ein Bauelement dringt.

Transmissionswärmeverlust
Als Transmissionswärmeverluste bezeichnet man die Wärmeverluste, die durch Wärmeleitung (Transmission) der Wärme abgebenden Gebäudehülle entstehen. Die Größe dieser Verluste ist direkt abhängig von der Dämmwirkung der Bauteile und wird durch den U-Wert angegeben.
Der Transmissionswärmeverlust beschreibt den Wärmestrom, der durch die Außenbauteile je Kelvin Temperaturdifferenz abfließt. Es gilt: je kleiner der Wert, desto besser ist die Dämmwirkung der Gebäudehülle. Durch zusätzlichen Bezug auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche liefert der Wert einen wichtigen Hinweis auf die Qualität des Wärmeschutzes. Nach der Energieeinsparverordung liegen die zulässigen Höchstwerte zwischen 1,55 (große Nichtwohngebäude mit Fensterflächenanteil über 30 %) und 0,44 W/(m_ K) (kleine Gebäude).

Transparente Wärmedämmung (TWD)
Lichtdurchlässige Fassadenelemente meist aus Kunststoffen. TWD-Elemente auf der Hauswand dienen dem Wärmeschutz und der Reduzierung des Wärmebedarfs durch erhöhte Solarenergienutzung.

Treibhauseffekt
Wie in einem verglasten Treibhaus lässt die Erdatmosphäre kurzwellige Sonnenstrahlung herein, die langwellige Wärmestrahlung aber nur zum Teil wieder hinaus in den Weltraum. Solar- und Wärmestrahlung stehen in einem Gleichgewicht. Dies ist der natürliche Treibhauseffekt, durch den sich die Temperatur unserer Erde bei durchschnittlich 15 Grad Celsius hält. Die vom Menschen verursachten Emissionen von Treibhausgasen – vor allem Kohlendioxid, FCKW und Methan – stören das Gleichgewicht: Weniger Wärmestrahlung kann die Erde verlassen. Eine zusätzliche Erwärmung der Erde und Gefahren für das globale Klima sind die Folge.

Trinkwasserwärmebedarf
Nutzwärme, die zur Erwärmung der gewünschten Menge des Trinkwassers zugeführt werden muss. Der Trinkwasserwärmebedarf wird aufgrund der Nutzung (Anzahl der Personen, Temperatur u. ä.) ermittelt.

Umwandlung
Hiermit sind der Energietransport sowie die Energieumwandlung vorgelagerter Prozessketten gemeint (Förderung, Transport, Lagerung der Energieträger). Am höchsten sind diese Umwandlungsverluste beim Strom.

U-Wert  (früher als k-Wert bezeichnet)
Der Wärmedurchgangskoeffizient ist ein Kennwert für die Wärmemenge in Watt, die pro m2 bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin durch ein Bauteil zur kälteren Seite hin abfließt.

UF-Wert
Der Wärmedurchgangskoeffizient des Fensters wird flächengewichtet aus dem U-Wert der Verglasung und des Rahmens bestimmt.

Ueq-Wert
Kennwert verglaster Flächen im Wärmeschutznachweis, wo der UF-Wert, der g-Wert und solare Wärmegewinne entsprechend der Himmelsrichtung berücksichtigt werden.

Wärmebrücken
Bauteilstellen, deren wärmetechnisches Verhalten vom Regelbauteil abweichen. Man unterscheidet geometrische und materialbedingte Wärmebrücken. Wärmebrücken erzeugen örtlich tiefere Oberflächentemperaturen und fördern das Entstehen von Schimmelpilzen. Passivhäuser sind wärmebrückenfrei auszuführen.
Wird die Oberflächentemperatur durch eine vorhandene Wärmebrücke abgesenkt, kann es an dieser Stelle bei Unterschreitung der Taupunkttemperatur der Raumluft, zu Kondensatbildung auf der Bauteiloberfläche mit den bekannten Folgeerscheinungen, wie z.B. Schimmelpilzbefall kommen. Typische Wärmebrücken sind z.B. Balkonplatten. Attiken, Betonstützen im Bereich eines Luftgeschosses, Fensteranschlüsse an Laibungen.

Wärmedurchgangskoeffizient
Der U-Wert beschreibt die Güte der Wärmedämmung. Er ist ein Maß für den Wärmeverlust in Bauteilen und wird angegeben in Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K). Je niedriger der U-Wert ist, desto besser ist die Wärmedämmung. Im Rahmen der internationalen Harmonisierung wurde der im deutschen Sprachraum gängige k-Wert durch die Bezeichnung „U-Wert“ abgelöst.

Wärmepumpe
Maschine, die unter Energieaufnahme einem auf niedrigem Temperaturniveau stehenden Wärmereservoir (z.B. Außenluft) Wärme entzieht und diese auf höherem Temperaturniveau nutzbar macht. (Umgekehrtes Kühlschrankprinzip)

Wärmeträger
Flüssigkeiten oder Luft, die die Aufgabe haben, Wärme vom Kollektor zum Speicher zu transportieren. In Solaranlagen kommt meistens ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel zum Einsatz, damit der Kollektor im Winter nicht einfrieren kann.

Wärmeübertragende Umfassungsfläche (A)
Auch Hüllfläche genannt. Sie bildet die Grenze zwischen dem beheizten Innenraum und der Außenluft, nicht beheizten Räumen und dem Erdreich. Sie besteht üblicherweise aus Außenwänden einschließlich Fenster und Türen, Kellerdecke, oberster Geschossdecke oder Dach. Diese Gebäudeteile sollten möglichst gut gedämmt sein, weil über sie die Wärme aus dem Rauminneren nach außen dringt.

Wirkungsgrad
Quotient aus der nutzbaren abgegebenen Arbeit und der zugeführten Brennstoffenergie.
Im sogenannten rechtslaufenden Wärmekraftprozess, das heißt bei Zuführung von Wärme zur Erzeugung mechanischer Energie, wird die theoretische Obergrenze des Wirkungsgrades durch den Carnot-Wirkungsgrad gegeben. Das ist die Temperaturdifferenz des Wärmeträgermediums im Anfangs- und Endstadium bezogen auf seine Anfangstemperatur. Der Carnot-Wirkungsgrad liegt deshalb prinzipiell immer unter 100 Prozent.
Bei elektrochemischen Verfahren (z.B. Brennstoffzellen) ist die Stromerzeugung kein Wärmekraftprozess, sie unterliegt also nicht der Wirkungsgradbegrenzung des Carnotschen Kreisprozesses. In Brennstoffzellen wird die chemische Energie der Brennstoffkomponenten direkt in elektrische Energie umgesetzt. Wirkungsgradangaben beziehen sich in der Regel auf Strom und/oder Wärme.
Der Wirkungsgrad von Solaranlagen berechnet sich aus der angegebenen Nutzleistung (Strom oder Wärme) bezogen auf den einfallenden Strahlungsfluss.

 
       
       
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